Gesundheitsförderung Schweiz

Glossar

Liste

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Kohärenzsinn

Der Kohärenzsinn ist ein zentrales Element der Salutogenese. Der Kohärenzsinn hilft den Menschen, die Zusammenhänge des Lebens zu verstehen (Verstehbarkeit), ihnen einen Sinn zu zuweisen (Sinnhaftigkeit) und dabei die Überzeugung zu gewinnen, das eigene Leben selbstkompetent gestalten zu können (Handhabbarkeit). (vgl. Habermann-Horstmeier 2017, 135; Antonovsky 1979))

Komplexität

Grad der Vielschichtigkeit, Vernetzung und Folgelastigkeit eines (sozialen) Systems in Bezug auf die Bewältigung spezifischer Aufgaben (vgl. Willke 2006).

⇢ In Abgrenzung zu komplizierten Systemen (z.B. technische Einrichtungen) sind komplexe Systeme, wie beispielsweise soziale Systeme, in ihrer Entwicklung nicht gänzlich berechenbar und vorhersehbar.

Konsortium

Vorübergehender Zusammenschluss mehrerer rechtlich und wirtschaftlich selbständig bleibender Partner und Organisationen zur zeitlich begrenzten Durchführung eines (vertraglich) vereinbarten Zwecks.

Kontext

Rahmenbedingungen, in welche eine Intervention eingebettet ist und von welchen diese beeinflusst wird (politische, gesetzliche, soziale/kulturelle, ökonomische, ökologische und institutionelle Faktoren, Normen und Werte etc.) (vgl. Kolip et al. 2019).

Kontoklasse

Kontoklassen bezeichnen im Qualitätssystem quint-essenz Kategorien von Einnahmen- und Ausgabenkonten, die ein Budget gliedern (z.B. Personalkosten, Sachkosten, Betriebserträge).

Konzept

Verbindliches Planungsdokument für eine Intervention (z.B. für ein Projekt oder Programm). Es enthält im Wesentlichen die Begründung für eine Intervention, beschreibt die Ziele und die Vorgehensweise, es hält fest, wie die Intervention organisiert und evaluiert werden soll und welche Ressourcen dafür notwendig sind (vgl. Kolip et al. 2019).

⇢ In Abgrenzung zu einer Projekt- oder Programmskizze, welche weniger umfassend, detailliert und verbindlich ist als ein Konzept.

Lebenskompetenzen

Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Menschen benötigen, um mit altersgemässen Herausforderungen und Aufgaben des täglichen Lebens erfolgreich umzugehen. Die Lebenskompetenzen umfassen personale, soziale, kognitive und körperliche Kompetenzen. (Abderhalden und Jüngling 2019, 5)

⇢ Vgl. auch Gesundheitskompetenz.

Lebensphasenansatz

Der Lebensphasenansatz berücksichtigt, dass definierte Altersabschnitte im Lebenslauf sowie spezifische Übergänge einen Einfluss auf die Gesundheit und das gesundheitsrelevante Verhalten ausüben können (Kolip, 2011), und dass sich die objektiven und subjektiven Bedürfnisse je nach Lebensphase eines Menschen unterscheiden. Entsprechend werden im Lebensphasenansatz die wichtigsten Multiplikatoren und Settings pro Altersgruppe, prioritäre und vulnerable Zielgruppen, besonders prägende Lebensabschnitte und Übergänge definiert. (vgl. Blaser & Amstad 2016a)

Leistungsziel

Ein Leistungsziel gibt an, welche Leistungen oder Produkte in welchem Umfang im Rahmen einer Intervention erbracht werden sollen (vgl. auch Output) (vgl. Kolip et al. 2019).

⇢ In Abgrenzung zu Wirkungsziel (vgl. Outcome).

Leitbild

Managementinstrument, welches Auftragsverständnis, Werte, Normen und andere handlungsleitende Prinzipien einer Organisation umschreibt und als Orientierung für alle nach innen und aussen gerichteten Aktivitäten dient.

Massnahme

Eine Massnahme ist eine von einer Strategie abgeleitete konkrete Intervention mit festgelegten Terminen und Verantwortlichkeiten, welche der Erfüllung von definierten Zielen dient. ⇢ In Abgrenzung zu Strategie

Meilenstein

Ereignisse von besonderer Bedeutung in einem Projekt oder Programm. Einerseits teilen sie den Projekt- oder Programmverlauf in überprüfbare Etappen mit Zwischenzielen und erleichtern damit sowohl die Planung als auch die Steuerung und Kontrolle (vgl. Gächter 2015). Andererseits sind Meilensteine oft mit wichtigen Entscheiden verbunden, z. B. im Rahmen des Vertragscontrollings.

Methode

Systematisiertes Verfahren zur Lösung einer Aufgabe oder zur Gewinnung von Erkenntnissen.

Migrationshintergrund

Der Migrationshintergrund bezieht sich auf eine Lebenssituation, die durch eine eigene oder die Migrationserfahrung enger Familienangehöriger geprägt ist (vgl. Schenk 2007 und Schenk et al. 2006, zit. in BAG 2016). Im Kontext der Gesundheitsförderung und Prävention meint die Berücksichtigung des Migrationshintergrundes, - migrationsbedingte Belastungen wie Fluchterfahrung oder Entwurzelung, -  spezifische Herausforderungen aufgrund der neuen Lebenssituation, wie sprachliche und interkulturelle Verständigung, fehlendes Wissen zur Funktionsweise des Gesundheitswesens oder Diskriminierungen, - gesundheitsrelevante Bedürfnisse von Migrantinnen und Migranten z. B.bezogen auf Bildung, Arbeit, Kultur oder soziale Integration, - die vielfältigen Ressourcen von Migrantinnen und Migranten, wie z. B. ihr kultureller Hintergrund oder spezifische Lebenserfahrungen,

  • sowie die Folgen dieser Aspekte für die Gesundheit angemessen zu berücksichtigen und die gesundheitliche Chancengleichheit zu fördern. Der Migrationshintergrund ist eine wichtige soziale Determinante für die Gesundheit.
Monitoring

Kontinuierliche oder periodische systematische Datenerfassung zu ausgewählten Indikatoren, um Entwicklungen in einem Themenfeld oder in Zusammenhang mit einer Intervention zu beobachten. Das Monitoring kann Indikatoren zum Kontext, zu eingesetzten Mitteln (Input), zu Massnahmen, zu Leistungen (Output) oder zu Wirkungen (Outcome und Impact) beinhalten.

⇢ In Abgrenzung zur Evaluation geht Monitoring nicht in die Tiefe und bewertet nicht.

Multiplikation

Multiplikation meint die Verbreitung bestehender Interventionen.

Multiplikatoren / Multiplikatorinnen

Multiplikatoren/Multiplikatorinnen können Berufsgruppen oder Institutionen sowie Angehörige einer Zielgruppe sein, welche die Etablierung von Massnahmen in der Praxis unterstützen, die Reichweite von Massnahmen erhöhen und die Nachhaltigkeit von Veränderungen massgeblich unterstützen können. (vgl. Fonds Gesundes Österreich 2019). Sie vermitteln Informationen, können nach einer entsprechenden Qualifizierung aber auch selber Inhalte umsetzen, beispielsweise Beratungen oder Kurse durchführen. (vgl. Kooperationsverbund gesundheitliche Chancengleichheit 2017, 19)

Multiprofessionalität

Multiprofessionalität steht für eine (Team-)Konstellation, in der mehrere unterschiedliche Professionen vertreten sind.

⇢ In Abgrenzung zur Interprofessionalität erfordert Multiprofessionalität nicht zwingend eine Koordination.

Nachhaltige Entwicklung

Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können. (United Nations 1987, zit in Trojan und Süss 2015). Im Gesundheitsbereich ist das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung eine optimale Ausbalancierung wirtschaftlicher, ökologischer, sozialer und gesundheitlicher Ziele.

Nachhaltigkeit

Längerfristige Weiterführung von Aktivitäten bzw. Beständigkeit von Wirkungen über die Dauer einer Intervention hinaus. (vgl. Gollner et al. 2018, 413)

NCDs

NCDs ist die Abkürzung für «noncommunicable diseases», zu Deutsch: nichtübertragbare Krankheiten. Beispiele für NCDs sind Herz-Kreislauferkrankungen, muskuloskelettale Erkrankungen, psychische Krankheiten, Krebs, Diabetes und chronische Atemwegserkrankungen.

Niederschwelligkeit

Eine niederschwellige Arbeitsweise zeichnet sich dadurch aus, dass sie Zugangshürden aus Perspektive der Zielgruppen reflektiert; niederschwellige Angebote und Dienstleistungen sind so gestaltet, dass Zugangshürden möglichst vermieden oder geringgehalten werden. (Kooperationsverbund gesundheitliche Chancengleichheit 2017, 27) Niederschwellige Angebote sind günstig, leicht zugänglich, verständlich, schnell anwendbar oder einfach handhabbar.

Ökonomisches Potenzial

Ganz allgemein meint das ökonomische Potenzial die Wirkungskraft bzw. die Leistungsfähigkeit einer Wirtschaftseinheit (z. B. eines Staates) (vgl. Wirtschaftslexikon.co). Das ökonomische Potenzial als Kenngrösse im Monitoring Job-Stress-Index BGM beschreibt die Summe der gesundheitsbedingten Produktionsverluste, die den Schweizer Unternehmen aufgrund von Absentismus und Präsentismus (gemäss engerem Definitionsverständnis in diesem Glossar) entstehen und die potenziell hätten verhindert werden können, wenn alle Arbeitnehmenden ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Stressoren und Ressourcen am Arbeitsplatz gehabt hätten. (Igic et al. 2017a, 24)

Operationalisierung

Methodik, um komplexe Sachverhalte durch die Angabe von Indikatoren so zu konkretisieren, dass ihnen beobachtbare Ereignisse zugeordnet werden können (vgl. Univation Eval-Wiki). Bei der Operationalisierung von Zielen werden die Ziele durch die Angabe von einem oder mehreren Indikatoren und entsprechenden Sollwerten so präzisiert, dass die Zielerreichung messbar bzw. empirisch beurteilbar wird.

Organisationsentwicklung

Ganzheitliches Konzept zur Veränderung einer Organisation (Strukturen, Prozesse, Organisationskultur). Es handelt sich zumeist um längerfristig angelegte Veränderungsprozesse, die extern begleitet werden. (vgl. Stangl 2019 sowie BMFSFJ 1999, 76)

Ottawa Charta

Richtungweisende Charta, die an der ersten internationalen Konferenz zur Gesundheitsförderung 1986 in Ottawa verabschiedet wurde. Die Ottawa Charta ist eines der wichtigsten gesundheitspolitischen Leitbilder in Public Health. Ihr Ziel ist eine Umorientierung im Gesundheitsbereich, weg von der Verhütung von Krankheiten hin zur Förderung von Gesundheit. Sie fordert, dass alle Politikbereiche in diese Umorientierung mit einbezogen werden. (vgl. Habermann-Horstmeier 2017, 136) (vgl. WHO 1986)

Outcome

Veränderung, die durch eine Intervention in einem Setting oder bei Zielgruppen bewirkt wird.

⇢ in Abgrenzung zum Output (Leistungen) und Impact

Output

Leistungen und Produkte, die durch eine Intervention erbracht oder erstellt werden (vgl. Fässler & Studer 2018). Oftmals wird auch die Nutzung der Leistungen durch die Zielgruppen resp. die Zielgruppenerreichung zum Output hinzugezählt (vgl. Kurz & Kubek 2018).

⇢ in Abgrenzung zum Outcome und Impact

Partizipation

Partizipation bedeutet die Einbeziehung von Individuen und Organisationen in Entscheidungs- und Willensbildungsprozesse. Im Kontext der Gesundheitsförderung und Prävention meint Partizipation insbesondere den Einbezug von Anspruchs- und Zielgruppen in die Planung, Umsetzung und Evaluation von Interventionen, wobei unterschiedliche Partizipationsstufen mit steigender Mitbestimmung bis hin zu Selbstorganisation unterschieden werden können. (Vgl. Habermann-Horstmeier 2017; Wright 2010, Ischer & Saas 2019)

Pathogenese

Konzept, welches sich mit der Entstehung und Entwicklung von Krankheiten beschäftigt. Es fokussiert auf die Bekämpfung von Krankheitsauslösern und Gesundheitsrisiken. (vgl. Franke 2015)

⇢ In Abgrenzung zu Salutogenese.

Policy

Der Begriff Policy steht für die inhaltliche Dimension der Politik. Der Begriff umschreibt die von den Entscheidungsträgern eines Politikbereichs (z. B. Gesundheit, Bildung) beschlossenen Ziele, Strategien und Massnahmen. Policy zielt auf ein umfassendes, koordiniertes und verbindliches Vorgehen hinsichtlich einer Problemlösung ab. (vgl. Weber et al. 2016a, 126)

Positives Körperbild

siehe Healthy Body Image (HBI)

Präsentismus

Wie Absentismus kann auch Präsentismus inhaltlich enger oder weiter gefasst werden. Ein engeres Verständnis meint die wiederholte Anwesenheit von Mitarbeitenden bei der Arbeit trotz nachweisbarer (physischer oder psychischer) Krankheit. Ein weiteres Verständnis umfasst auch Leistungseinbussen aufgrund eingeschränkter Motivation oder von Befindlichkeitsstörungen, die nicht als eigentliche Krankheit gelten (vgl. Henneberger & Gämperli 2014). Typische Folgen des Präsentismus sind: Die Konzentration lässt nach, die Fehleranfälligkeit steigt, die Unfallgefahr nimmt zu und die Leistungsfähigkeit nimmt ab (vgl. Uhle & Treiler 2015).

⇢ In Abgrenzung zu Absentismus

Prävention, Krankheitsprävention

Interventionen, die dem Vermeiden des Eintretens oder des Ausbreitens einer Krankheit dienen. Präventive Massnahmen richten sich auf das Verhindern und Abwenden von Krankheitsrisiken. Die Prävention orientiert sich vom Grundsatz her am pathogenetischen Ansatz und beschäftigt sich mit der Frage «Was macht Menschen krank?» (vgl. Hurrelmann et al. 2018).

  • Primärprävention setzt vor der ersten Manifestation eines unerwünschten Zustands wie einer Erkrankung an und dient dazu, eben diesen Zustand zu verhindern. In diesem Bereich gibt es eine Überschneidung mit der Gesundheitsförderung.
  • Sekundärprävention dient der Früherkennung, der Eindämmung und dem Herauszögern von Krankheiten.
  • Tertiärprävention setzt dann an, wenn eine Krankheit oder ein unerwünschter Zustand bereits manifest geworden ist. Sie dient der Vermeidung des Fortschreitens, der Abmilderung von Folgeschäden und Chronifizierungen, der Verhütung von Rückfällen und der Wiederherstellung von Funktionsfähigkeit und Lebensqualität nach einem Krankheitsereignis. (vgl. Leppin 2018, 48ff sowie Franzkowiak 2018)

⇢ In Abgrenzung zu Gesundheitsförderung.

Produktivitätsverlust

Der Job-Stress-Index BGM misst die Arbeitsleistung, die aufgrund von Absentismus und Präsentismus (gemäss engerem Definitionsverständnis in diesem Glossar)  verlorengeht. Der Produktivitätsverlust wird in Arbeitszeit ausgewiesen. Dieser Begriff grenzt sich vom Produktionsverlust ab. Der Produktionsverlust beschreibt den Betrag (in CHF), der entsteht, wenn der gesundheits­bedingte Produktivitätsverlust mit dem individuellen Jahreslohn multipliziert wird. (Vgl. Igic et al. 2017a)

Programm

Aus einer übergeordneten Strategie abgeleitetes, zielgerichtetes, längerfristiges Vorhaben, das in der Regel aus mehreren untereinander koordinierten Projekten und zusätzlichen projektübergeordneten Massnahmen (z.B. Kommunikation, Vernetzung, Wissensmanagement, Programmevaluation) besteht (vgl. Kolip et al. 2019).

Projekt

Zeitlich befristetes strukturiertes Vorhaben, um mit klar definierten Ressourcen (Personal, Finanzen, Infrastruktur) und geeigneten Massnahmen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt festgelegte Ziele zu erreichen.

⇢ In Abgrenzung zu Programm

Projekt- oder Programmskizze

Strukturierte Zusammenfassung der ersten Ideen und Abklärungen zu einem geplanten Projekt oder Programm. Diese enthält im Wesentlichen Hinweise zur Begründung, zu den Zielen, zur Vorgehensweise, zur Organisation und zu den Ressourcen. Eine Projekt- oder Programmskizze dient als Grundlage für den Entscheid, ob ein ausführliches Konzept ausgearbeitet werden soll.

Projektstruktur

Im Qualitätssystem quint-essenz In quint-essenz.ch bedeutet Projektstruktur die Organisationsstruktur eines Projekts bzw. Übersicht über die an einem Projekt beteiligten Akteure und deren projektbezogenen Rollen (Aufgaben und Kompetenzen).

Projektziel/Programmziel

Erwünschter Zustand, der durch ein Projekt oder Programm bis zu einem festgelegten Zeitpunkt erreicht werden soll. Bei Projekt- oder Programmzielen kann es sich um Leistungsziele (Output) oder um Wirkungsziele (Outcome) handeln.

⇢ In Abgrenzung zu Impact.

Prozessqualität

Qualität der Arbeitsabläufe im Hinblick auf die Erreichung von festgelegten Zielen.

⇢ In Abgrenzung zu Strukturqualität und zu Ergebnisqualität

Public Health Action Cycle (PHAC)

Zyklisches Vierphasenmodell, das als Grundlage für die strategische Planung, Umsetzung und Evaluation gesundheitsbezogener Interventionen dient. Die vier Phasen sind:

  1. Erfassung und Analyse gesundheitlicher Problemlagen der Bevölkerung (Assessment)
  2. Entwicklung von gesundheitspolitischen Interventionsstrategien (Policy Development)
  3. Umsetzung dieser Strategien im Gesundheitssystem (Assurance)
  4. Prüfen der Akzeptanz und Wirksamkeit (Evaluation)

(vgl. Ruckstuhl et al. 2008)

Qualität

Qualität ergibt sich aus der Übereinstimmung zwischen den priorisierten Erwartungen der Anspruchsgruppen hinsichtlich einer Leistung und der tatsächlich erbrachten Leistung. (Garms-Homolovà zit. In Meinhold und Matul 2003)

Qualitätsentwicklung

Periodische systematische Reflexion und Verbesserung einer Sache oder eines Sachverhalts.

⇢ In Abgrenzung zu Qualitätssicherung

Qualitätskriterium

Merkmal, nach dem Produkte und Leistungen (qualitativ) bewertet werden können, also z. B. eine Unterscheidung nach «gut» oder «schlecht» erlauben. Kriterien, welche nicht direkt beobachtbar sind, müssen durch Auswahl geeigneter Indikatoren einer Bewertung bzw. Messung zugänglich gemacht werden (Operationalisierung). (BMFSFJ 1999) Im Qualitätssystem quint-essenz definiert ein Set von Qualitätskriterien, was ein gutes Projekt bzw. Programm ausmacht, im Label «Friendly Work Space» definieren Qualitätskriterien, was ein gutes Betriebliches Gesundheitsmanagement ist.

Qualitätsmanagement

Qualitätsmanagement umfasst alle auf die Planung, Steuerung, Bewertung, Sicherung und Entwicklung von Qualität bezogenen Managementaufgaben einer Organisation.

Qualitätsmanagementsystem

Kohärentes Gesamtsystem, welches alle Aktivitäten der Planung, Steuerung, Bewertung, Sicherung und Entwicklung von Qualität bündelt.

Qualitätssicherung

Massnahmen, die darauf ausgerichtet sind, einen bereits bestehenden Qualitätsstandard zu erhalten.

⇢ in Abgrenzung zu Qualitätsentwicklung

Reporting

Periodische Berichterstattung zum Beispiel über verwendete Mittel, erbrachte Leistungen, erreichte Zielgruppen oder festgestellte Wirkungen. Das Reporting dient dem Management als Grundlage für die Steuerung und Kontrolle der Ressourcen, Leistungen und Produkte.

Resilienz

Resilienz steht für psychische Widerstandsfähigkeit angesichts widriger Lebensumstände und beschreibt die Fähigkeit eines Menschen, mit solchen Lebensumständen gut umgehen zu können und sich rasch von kritischen oder einschneidenden Erlebnissen bzw. Ereignissen zu erholen (vgl. Brinkmann 2014). Resilienz beschreibt nicht ein Merkmal einer Person, sondern vielmehr eine Wechselwirkung zwischen verschiedenen Einflussfaktoren der Person und ihrer Umwelt (vgl. Blaser & Amstad 2016a).

Letzte Änderung: Montag, 01. November 2021, 09:20 Uhr