Health Promotion Switzerland

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Absentismus

Absentismus wird in der Fachliteratur unterschiedlich definiert. In inhaltlich engeren Definitionen gilt Absentismus als Abwesenheit von der Arbeit aufgrund von Krankheiten oder Gesundheitsproblemen. Weiter gefasste Definitionen schliessen auch motivationsbedingtes Fernbleiben von der Arbeit mit ein.

⇢ In Abgrenzung zu Präsentismus

Absenzen

Die Absenzen entsprechen dem Zeitraum, während dem eine Person normalerweise am Arbeitsplatz hätte sein müssen, es jedoch nicht war. Gründe dafür können planbare Abwesenheiten sein wie Mutterschaftsurlaub, Militärdienst, Zivilschutz oder Zivildienst oder aber unplanbare Abwesenheiten durch Krankheit, Unfall, Kurzarbeit, Arbeitskonflikte, aus persönlichen, familiären Gründen oder wegen schlechtem Wetter. Ferien- und Feiertage sowie Fehlzeiten infolge einer Flexibilisierung der Arbeitszeiten gelten nicht als Absenzen. (vgl. BFS 2020, SUVA 2013) Stressbedingte Absenzen verursachen in der Schweiz jährlich hohe Kosten, das berechnete ökonomische Potenzial liegt in Milliardenhöhe (vgl. Gesundheitsförderung Schweiz 2020).

Abwesenheitsmanagement 

Beim Abwesenheitsmanagement und der Reintegration wird der Fokus auf das Wiederherstellen und Erhalten der Gesundheit von verunfallten oder erkrankten Arbeitnehmenden gesetzt. Das Begriffspaar wird synonym verwendet und meint das systematische Erfassen und Bewirtschaften von Abwesenheiten sowie fachgerechtes, spezifisches Intervenieren bei Absenzen (vgl. Bürgler 2019). Die Organisation trifft Massnahmen zur Wiedereingliederung der Mitarbeitenden, vor wie auch bei der Rückkehr in den Arbeitsprozess nach Arbeitsunfähigkeit (vgl. Gesundheitsförderung Schweiz / Arbeitsgruppe BGM-Kriterien 2017). Abwesenheitsmanagement und Reintegration sind für Betriebe teils obligatorisch (gemäss UVG, IVG) und teils nach eigenem Ermessen umzusetzen. Beispiele für entsprechende Massnahmen im Rahmen des Abwesenheitsmanagements und der Reintegration sind Schulen der Führungskräfte zum Führen von Präsenz- und Rückkehrgesprächen, Einführung eines Absenzen-Managementsystems und Einbezug eines Case-Managers/einer Case-Managerin. (vgl. IP BGM 2018)

⇢ Das Abwesenheitsmanagement / die Reintegration ist neben der betrieblichen Gesundheitsförderung und der Arbeitssicherheit / dem Gesundheitsschutz eine der zentralen Säulen eines umfassenden betrieblichen Gesundheitsmanagements. (vgl. IP BGM 2021, Blum-Rüegg 2018a)

Advocacy

Advocacy bedeutet ganz allgemein Anwaltschaft und Interessenvertretung, insbesondere in politischen Zusammenhängen. In der Gesundheitsförderung und Prävention meint Advocacy das aktive Engagement mit und für Individuen, Gemeinschaften und Organisationen im Sinne der Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden sowie von entsprechenden Rahmenbedingungen (Verhältnissen). (Vgl. Gollner et al. 2018)

Arbeit 4.0

Arbeit 4.0 bezeichnet die Veränderungen, welche der digitale Wandel in der Gesellschaft für die Arbeitswelt bringt. Die Arbeitsweise wird digitaler, flexibler und vernetzter; es verändern sich die Arbeitsprozesse, Geschäftsmodelle, Organisationsstrukturen, Berufsbilder und Anforderungen an Berufstätige. (Vgl. Linder 2019, zit. in Peter 2019/2020; DGUV, 2020; Genner et al. 2017)

Arbeitssicherheit

Der Schwerpunkt der Aktivitäten in der Arbeitssicherheit und dem Gesundheitsschutz liegt darauf, die physische und psychische Gesundheit der Arbeitnehmenden zu schützen und Berufsunfälle und Berufskrankheiten zu vermeiden. Die Betriebe beschäftigen sich mit den obligatorischen, das heisst, von Gesetzes wegen zu treffenden Präventionsmassnahmen (gemäss ArG, UVG). Die Arbeitssicherheit umfasst einerseits Massnahmen zur Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten (EKAS 2017), andererseits wird damit ein anzustrebender gefahrenfreier Zustand bei der Berufsausübung verstanden (BfGA 2019). Der Gesundheitsschutz umfasst alle Massnahmen zur Gesundheitsvorsorge, um den Eintritt einer Krankheit zu verhindern oder zu verzögern bzw. die Folgen einer Krankheit zu mildern (EKAS 2021). Beispiele für Präventionsmassnahmen sind Bereitstellen von Hebe- und Transportmitteln, Tragepflicht von persönlicher Schutzausrüstung und das Mitwirken der Mitarbeitenden bei der Verhütung von Berufsunfällen. (vgl. IP BGM 2018)

⇢ Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind neben der Betrieblichen Gesundheitsförderung und dem Abwesenheitsmanagement / der Reintegration eine der zentralen Säulen eines umfassenden Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Die Bereiche Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und betriebliche Gesundheitsförderung überschneiden sich. In Abgrenzung zur Arbeitssicherheit, welche auf die Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten fokussiert, beschäftigt sich der Gesundheitsschutz mit der umfassenden Verhütung von gesundheitlichen Schäden durch die Arbeitstätigkeit. Die Arbeitssicherheit und der Gesundheitsschutz sind im Gegensatz zur betrieblichen Gesundheitsförderung für Betriebe rechtlich bindend; die Arbeitssicherheit ist im Unfallversicherungsgesetz geregelt, der Gesundheitsschutz im Arbeitsgesetz. (vgl. IP BGM 2021, Blum-Rüegg 2018a)

Arbeitszufriedenheit

Zufriedenheit einer Person mit ihrer Arbeitssituation, verstanden als gefühlsmässige Einstellung zu ihrer Arbeit. Diese Einstellung hängt sowohl von der Bewertung der Erfahrungen in der konkreten Arbeitssituation als auch von der entsprechenden Erwartungshaltung ab (vgl. Semmer & Meier 2014; Mai et al. 2021).

Assessment (Health Promotion/Prevention)

To measure and analyze health-related problems in a population.

Assessment (Quality development)

The systematic assessment of structures, processes and outcomes of an organization or organizational unit, a programme or a project.

Autonomie

Autonomie im Bereich der Gesundheitsförderung bezeichnet die Selbstbestimmung, Selbstständigkeit und Entscheidungsfreiheit in Bezug auf die Gestaltung gesundheitsrelevanter Lebensbedingungen und des gesundheitsrelevanten Lebensstils. (Weber et al. 2016a, 121)

Begleitgruppe

Die Begleitgruppe hat im Unterschied zur Steuergruppe keine Entscheidungskompetenzen, sondern dient dem Projekt oder Programm als beratendes Gremium. Die Begleitgruppe setzt sich zusammen aus Fachpersonen, welche ihre Fachexpertise in das Projekt einbringen.

⇢ in Abgrenzung zur Steuergruppe

Behaviour - living conditions

Human behaviour and life circumstances are intimately linked and have strong mutual influences. Health promotion aims at enabling individuals, groups and organizations to shape their behaviour and their circumstances in such a way as to be beneficial to their health and quality of life.

Belastungen

Innere (körperliche und psychische) und äussere (soziale und materielle) Einflüsse, die sich negativ auf die Gesundheit auswirken können.

⇢ in Abgrenzung zu Ressourcen

Benchmarking

To measure or assess products, services and processes in comparison with the acknowledged leaders in the field in order to learn from the 'best' (quality development).

Best Practice

«Best Practice» steht für eine systematische Vorgehensweise unter Berücksichtigung aktuellen Wissens, relevanter Kontextfaktoren und der Werte und Prinzipien von Public Health und Gesundheitsförderung. (vgl. Broesskamp-Stone und Ackermann 2010a).

⇢ in Abgrenzung zu Good Practice.

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)  

Betriebliche Gesundheitsförderung (inkl. Nichtberufsunfallprävention) zielt auf eine Verringerung von Belastungen und auf eine Stärkung der Ressourcen durch Verhaltensmassnahmen und Optimierung von Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz / in der Organisation. Die primärpräventiven und gesundheitsförderlichen Effekte werden durch gleichzeitige und aufeinander bezogene Veränderungen der Ergonomie, der Organisation, des Sozialklimas und des individuellen Verhaltens erzielt. (Vgl. Rosenbrock & Hartung 2015)

Beispiele für Betriebliche Gesundheitsförderung sind Stressbewältigungskurse für Kader und Mitarbeitende, Anbieten von flexiblen Arbeitszeitmodellen, gesundes Ernährungsangebot in Kantinen und Bewegungsangebote während der Arbeitszeit. (vgl. IP BGM 2018)

⇢ Die betriebliche Gesundheitsförderung ist neben der Arbeitssicherheit / dem Gesundheitsschutz und dem Abwesenheitsmanagement / der Reintegration eine der zentralen Säulen eines umfassenden betrieblichen Gesundheitsmanagements. Die Bereiche betriebliche Gesundheitsförderung, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz überschneiden sich. Während Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz für die Betriebe gesetzlich verpflichtend sind, liegt die Umsetzung der betrieblichen Gesundheitsförderung sowie der Nichtberufsunfallprävention im Ermessen der Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden. (vgl. IP BGM 2021, Blum-Rüegg 2018a)

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)

BGM ist das systematische Optimieren von gesundheitsrelevanten Faktoren im Betrieb. Es schafft durch die Gestaltung betrieblicher Strukturen und Prozesse die Voraussetzungen für die Gesundheit der Mitarbeitenden und trägt so zum Unternehmenserfolg bei. BGM bedingt die Mitwirkung aller Personengruppen im Betrieb, ist integriert in die Unternehmensführung und zeigt sich in der gelebten Unternehmenskultur. BGM wird als Teil einer arbeitsweltbezogenen Gesunderhaltung betrachtet im Sinne eines konzertierten Zusammenwirkens aller gesellschaftlichen Akteure, Ebenen und Sektoren. Dies umfasst sowohl den Vollzug gesetzlich vorgeschriebener Massnahmen als auch freiwillige BGM-Aktivitäten der Wirtschaft. (vgl. IP BGM 2018)

⇢ Betriebliches Gesundheitsmanagement kombiniert die Elemente Arbeitssicherheit / Gesundheitsschutz, betriebliche Gesundheitsförderung (inkl. Nichtberufsunfallprävention) und Abwesenheitsmanagement / Reintegration. (vgl. IP BGM 2021, Blum-Rüegg 2018a)

BGM-Massnahmen

BGM-Massnahmen zielen darauf ab, Arbeitsbelastungen zu senken oder zu eliminieren und Arbeitsressourcen aufzubauen oder zu stärken (vgl. Blum-Rüegg 2018a). Die Festlegung von BGM-Massnahmen basiert auf der Interpretation von systematisch erhobenen gesundheitsrelevanten Informationen und den daraus abgeleiteten Zielen. Es werden sowohl Massnahmen zur gesundheitsförderlichen Arbeits- und Organisationsgestaltung als auch Massnahmen zur Unterstützung eines gesundheitsförderlichen Verhaltens durchgeführt und miteinander verknüpft. (vgl. Gesundheitsförderung Schweiz / Arbeitsgruppe BGM-Kriterien 2017)

BGM-Qualitätskriterien nach Friendly Work Space

Qualitätskriterien sind Merkmale, nach denen Produkte und Leistungen (qualitativ) bewertet werden können, also z. B. eine Unterscheidung nach «gut» oder «schlecht» erlauben. BGM-Qualitätskriterien sind eine Referenz für die Planung und Umsetzung von qualitativ hochwertigen BGM-Massnahmen. Gesundheitsförderung Schweiz hat in Zusammenhang mit dem Label «Friendly Work Space» sechs BGM-Qualitätskriterien formuliert und operationalisiert. Diese basieren auf den „Qualitätskriterien für betriebliche Gesundheitsförderung“ (1999) des Europäischen Netzwerkes für betriebliche Gesundheitsförderung (ENWHP). (vgl. Gesundheitsförderung Schweiz / Arbeitsgruppe BGM-Kriterien 2017) Das Friendly Work Space Managementsystem definiert einen rechnerisch ermittelten Erfüllungsgrad über die Kriterien, der als Minimalanspruch an ein Qualitätsmanagementsystem für BGM bestimmt wird und der für die Anwender-Organisation zu einer Auszeichnung mit dem Label führt. (Grutsch & Bürki 2015a)

BGM-Standards

Im BGM-Bereich werden BGM-Qualitätskriterien und BGM-Standards weitgehend synonym verwendet. Für Gesundheitsförderung Schweiz sind sie im Label Friendly Work Space konkretisiert.

Burnout

Burnout beschreibt ein Syndrom aufgrund von Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet werden kann. Burnout ist gekennzeichnet durch drei Dimensionen: ein Gefühl von Erschöpfung, eine zunehmende geistige Distanz oder negative Haltung zum eigenen Job und ein verringertes Leistungsvermögen im Beruf. (ICD-11, WHO 2021) Burnout-Gefahr besteht insbesondere dann, wenn hohe Arbeitsanforderungen über eine lange Zeit anhalten, nicht absehbar sind und wenn es länger keine Erholungsphasen gibt, in welchen sich Stressreaktionen wieder zurückbilden können (vgl. SECO 2015aa) und so das Verhältnis zwischen Belastungen und Ressourcen längerfristig eine negative Bilanz aufweist. Der Burnout-Begriff wird in der ICD-11 Klassifikation im Arbeitskontext verortet, mitverursachende Faktoren können aber in verschiedenen Lebensbereichen liegen – eine eindeutige Zuordnung resp. Abgrenzung ist nicht möglich.

Case Management

Case Management ist ein Handlungskonzept zur strukturierten und koordinierten Gestaltung von Unterstützungs- und Beratungsprozessen im Sozial-, Gesundheits- und Versicherungsbereich. In einem systematisch geführten, kooperativen Prozess werden Menschen in komplexen Problemlagen ressourcen- und lösungsorientiert unterstützt und auf den individuellen Bedarf abgestimmte Dienstleistungen erbracht. (Netzwerk Case Management Schweiz 2014a, 5)

Certification

The formal acknowledgement that an organization (-al unit) fulfils the conditions linked to certification. Certification is carried out by an accredited organization.

Complexity

Complexity implies diversity and multi-dimensionality. In contrast to complicated systems (e.g. technical equipment), complex systems, such as social systems, are not entirely predictable and calculable.

Context

The framework within which a project, for example, takes place and by which it is affected (e.g. political, legal, social / cultural, economic, environmental and institutional factors).

Controlling

Controlling of processes and activities on the basis of a target-performance analysis.

Desired value

When a project objective is operationalized, the desired value is a quantitative measure to which one aspires and is associated to an indicator. It is set on the basis of the actual value.

Determinants of Health

Scientifically documented factors influencing the health of individuals, groups or populations are called Health Determinants. However, the expression "determinants" is ill chosen in this context. While health is influenced by these factors, it is not determined by them in the sense of 'absolute certainty'.

Digitalisierung

Digitalisierung beinhaltet einerseits das Aufkommen neuer Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologie, andererseits die Nutzung dieser Technologien zur Gestaltung und Optimierung von Prozessen, Produkten und Dienstleistungen (vgl. Seco 2017). Gesundheitsförderung und Prävention sind in unterschiedlicher Form mit der Digitalisierung konfrontiert, so z. B.mit neuen Möglichkeiten der Selbstvermessung und des Selbstmanagements, mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf das soziale Leben, mit den Folgen digitaler Entwicklungen in der Arbeitswelt oder im Rahmen des Einsatzes neuer digitaler Lösungen im Bereich der Information und Zusammenarbeit. Der digitale Wandel stellt neue Anforderungen an die Gesundheitskompetenz auf individueller und institutioneller Ebene.

Effect

Changes in settings due to interventions. Apart from intended effects, which are described in the objectives, unintentional positive or negative changes (side-effects) are often observed.

Effektivität

Adequacy of a measure in terms of its intended effect.

Efficiency

The relation between a result and the means employed to achieve it.

Empowerment

Reinforcement of the ability of individuals or groups to make decisions and have control over decisions and actions affecting their health, including opportunities to shape their own environments and the conditions which have an impact on health.

Erschöpfung

Erschöpfung als Kenngrösse im Monitoring Job-Stress-Index BGM ist ein Gefühl von Energieverlust, Überlastung und extremer Müdigkeit. Erschöpfung beinhaltet physische und psychische Komponenten und stellt ein grosses Risiko für die Gesundheit dar. (vgl. Blum-Rüegg 2018a 121)

Evaluation

The systematic collection and analysis of information not routinely available about the different aspects of a project or an intervention and its critical appraisal; taking into account different perspectives and applying adequate (social-) scientific research methods and theories.

Evaluation (external)

The systematic appraisal of an issue from an external point of view (e.g. through professional evaluators).

Evidenz

Umfassendes plausibles Wissen über die Wirksamkeit von Interventionen, das sich ausdrücklich und nachvollziehbar auf die Ergebnisse empirischer wissenschaftlicher Forschung stützt. (vgl. Gollner et al. 2018, 408 sowie Bödeker 2006, 2)

Früherkennung

Früherkennung ist eine Form von Diagnose, die bestrebt ist, Symptome von entstehenden Krankheiten, Gesundheitsproblemen oder Entwicklungsdefiziten sowie problematische Verhaltensweisen möglichst früh zu erkennen und entsprechende Interventionen einzuleiten (vgl. BAG & GDK 2016).

Gender

As distinct from 'sex' (which is biological), gender usually refers to psychological or socially/culturally constructed characteristics which are then attributed to the different biological sexes. It also refers to the relationship between the two sexes.

Gesundes Führen

Gesundes Führen kennzeichnet einen Führungsstil, der sich an der Gesundheit und am Wohlbefinden der Mitarbeitenden (inkl. Führungspersonen) am Arbeitsplatz orientiert. Gesundes Führen umfasst eine sorgsame Gestaltung von Anforderungen (z. B. Transparenz, angemessene Variabilität und Komplexität, Aufgaben- und Zielklarheit), den Abbau von Stressoren (z. B. quantitative und qualitative Überforderung) und die Stärkung von Ressourcen (z. B. Handlungsspielräume, Partizipation, Anerkennung, Unterstützung, Selbstmanagement). (vgl. Blum-Rüegg 2018a)

Gesundheitsfolgenabschätzung

Methodik und Instrumentarium zur Abschätzung der potenziellen Auswirkungen von Entscheidungen (z. B.über Gesetze, Strategien oder Programme) auf die Gesundheit der Bevölkerung und Rückführung der dabei gewonnenen Informationen in die Entscheidungsprozesse. (vgl. Kongress von Göteborg 1999, zit. in GFA & Gesundheitsförderung Schweiz 2010).

Gesundheitskompetenz (health literacy)

Gesundheitskompetenz (health literacy) ist die Fähigkeit (Wissen, Können und Motivation) des Einzelnen, im täglichen Leben Entscheidungen zu treffen, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken – zu Hause, am Arbeitsplatz, im Gesundheitssystem und in der Gesellschaft ganz allgemein. Gesundheitskompetenz befähigt Personen zur Selbstbestimmung und zur Übernahme von Gestaltungs- und Entscheidungsfreiheit bezüglich ihrer Gesundheit. Sie ermöglicht, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und in Handeln umzusetzen. (Vgl. Kickbusch 2006; Sørensen et al. 2012 )

Gesundheitsschutz

Der Schwerpunkt der Aktivitäten in der Arbeitssicherheit und dem Gesundheitsschutz liegt darauf, die physische und psychische Gesundheit der Arbeitnehmenden zu schützen und Berufsunfälle und Berufskrankheiten zu vermeiden. Die Betriebe beschäftigen sich mit den obligatorischen, das heisst, von Gesetzes wegen zu treffenden Präventionsmassnahmen (gemäss ArG, UVG). Die Arbeitssicherheit umfasst einerseits Massnahmen zur Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten (EKAS 2017), andererseits wird damit ein anzustrebender gefahrenfreier Zustand bei der Berufsausübung verstanden (BfGA 2019). Der Gesundheitsschutz umfasst alle Massnahmen zur Gesundheitsvorsorge, um den Eintritt einer Krankheit zu verhindern oder zu verzögern bzw. die Folgen einer Krankheit zu mildern (EKAS 2021). Beispiele für Präventionsmassnahmen sind Bereitstellen von Hebe- und Transportmitteln, Tragepflicht von persönlicher Schutzausrüstung und das Mitwirken der Mitarbeitenden bei der Verhütung von Berufsunfällen. (vgl. IP BGM 2018)

⇢ Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind neben der Betrieblichen Gesundheitsförderung und dem Abwesenheitsmanagement / der Reintegration eine der zentralen Säulen eines umfassenden Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Die Bereiche Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und betriebliche Gesundheitsförderung überschneiden sich. In Abgrenzung zur Arbeitssicherheit, welche auf die Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten fokussiert, beschäftigt sich der Gesundheitsschutz mit der umfassenden Verhütung von gesundheitlichen Schäden durch die Arbeitstätigkeit. Die Arbeitssicherheit und der Gesundheitsschutz sind im Gegensatz zur betrieblichen Gesundheitsförderung für Betriebe rechtlich bindend; die Arbeitssicherheit ist im Unfallversicherungsgesetz geregelt, der Gesundheitsschutz im Arbeitsgesetz. (vgl. IP BGM 2021, Blum-Rüegg 2018a)

Gesundheitsversorgung

Die Gesundheitsversorgung umfasst alle Massnahmen, die durch Gesundheitseinrichtungen und Gesundheitsfachleute zugunsten von Patientinnen und Patienten erbracht werden.

Good Practice

Als «Good Practice» werden im Allgemeinen Interventionen bezeichnet, die sich in der Praxis mehrfach bewährt haben und von denen man ausgeht, dass sie multipliziert werden können. Werden Interventionen offiziell als «Good Practice» ausgezeichnet, geschieht dies systematisch, anhand ausgewählter Bewertungskriterien. (vgl. den Good-Practice-Ansatz des Kooperationsverbundes gesundheitliche Chancengleichheit (2017))

⇢ in Abgrenzung zu Best Practice

Guiding principles - charter

A charter describes the guiding principles of an organization, including mission statement, values and norms. The organization's activities (internal and external) will be guided by this document.

Health

Health is a state of equilibrium between factors conducive to health and those which influence health in a negative way. Health means that people are able to mobilize and use their resources in the best possible way in order to face up to both personal (physical and mental) and external (social and material) demands.

Health equity

Equity in health means that all people, irrespective of ethnic or socio-economic status, sex or age, have equal opportunity to develop and maintain health through fair and just access to resources for health.

Health Promotion

Health promotion is the process of enabling individuals, groups and organizations to maintain and improve the factors for health by changes in lifestyle and environment. Health promotion not only embraces actions directed at strengthening the skills and capabilities of individuals, but also action towards changing social, environmental and economic conditions so as to improve their impact on public and individual health.

Healthy Body Image (HBI) - Positives Körperbild

Das Körperbild beschreibt die persönliche Einstellung und die Zufriedenheit mit dem eigenen Körper und dem, was der Körper kann. Es setzt sich aus folgenden vier Ebenen zusammen: Art und Weise, wie wir unseren Körper wahrnehmen (Wahrnehmungsebene); Gefühle, die wir mit dem Aussehen unseres Körpers verbinden (affektive Ebene); Gedanken und Überzeugungen, die wir über unseren Körper haben (kognitive Ebene); wie wir mit unserem Körper umgehen (Verhaltensebene). Ziel der Gesundheitsförderung ist es, ein positives Körperbild zu fördern und unterstützen. (Gesundheitsförderung Schweiz, 2016)

Last modification: 26 April, 2022 09:08